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K a r p f e n i n f o

Mit dem berühmten Aischgründer Karpfen ist Frankens gemütliche Ecke, gelegen im westlichen Mittelfranken, um Neustadt a.d. Aisch und um die Kurstadt Bad Windsheim, bis weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Bei der Art des Aischgründer Karpfens handelt es sich um eine besonders hochrückige und gering beschuppte Gattung des Karpfens.
Gehen wir dabei bis in das Mittelalter zurück. Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Aischgründer Fischzucht hatten die vielen gegründeten Klöster, insbesondere die Zisterzienserklöster, die sich auch in weiten Teilen Frankens ausbreiteten.

Eine monatelange Fastenzeit war dann auch der Grund, daß der Bedarf an Fischen sehr groß war. Auch der landwirtschaftlich nur sehr schwer nutzbare Boden, die natürliche Landschaftsformation und der hohe Grundwasserstand waren Anlaß, weitere Teiche und Wasserrückhaltebecken zu bauen.
 



Heute wird im Aischgrund und in den benachbarten Naturparks Steigerwald und Frankenhöhe in ungefähr 1500 Weihern (Teichen) der Aischgründer Karpfen gezüchtet.

Diese große kulinarische Spezialität wird in den Gasthöfen jedoch nur in jenen Monaten serviert, welche den Buchstaben "r" in ihrem Namen tragen, also von September bis April. Die Arbeitsgemeinschaft der "Aischgründer Karpfenschmeckerwochen" präsentiert sich als starke gastronomische Gemeinschaft.

Die Mitglieder garantieren, daß nur der echte einheimische Aischgründer Karpfen serviert wird, der artgerecht in Weihern sein Futter (Getreide) in mühseliger Kleinarbeit im schlammigen Weihergrund suchen muß und in 3-jähriger Wachstumsphase heranreift.
Jüngste ernährungswissenschaftliche Untersuchungen stufen den Karpfen auch als ein beachtlich gesundes Genußmittel ein. Mit einem sehr hohen Anteil an dreifach ungesättigten Fettsäuren steht er an der Spitze der Lebensmittel (gleichauf mit dem stark propagierten Lachs), die vor allem geeignet sind, cholesteringeschädigten Menschen als Speiseplan-Alternative empfohlen zu werden. Der eiweißreiche und fettarme Speisefisch eignet sich bestens als Diätfisch.
FleischartEiweißgehaltFettgehaltungesättigte Fettsäuren
Karpfen18 %4,8 %62 % vom Gesamtfettgehalt
Rinderfilet19 %4,4 %2 % vom Gesamtfettgehalt
Schweinefilet19 %12 %-
 
Produktsicherheit "Aischgründer Karpfen"

Es ist eine stolze Zahl:
Vor 30 Jahren bereits hat der Landkreis NEA mit großer Unterstützung seiner Gastwirte die Aischgründer Karpfenschmeckerwochen ins Leben gerufen. Vor 30 Jahren wurde also bereits Bekenntnis zum hervorragenden, wertvollen regionalen Produkt "Aischgründer Karpfen" gelegt.
Also Bekenntnis zu natürlich erzeugten und aufgezogenen Fischen, zu einem gesunden Lebensmittel!

Bekenntnis zur direkten Vermarktung dieses Naturproduktes "Aischgründer Karpfen", damit dieses eigene Produkt, der gute Karpfen, keine langen Transportwege mitmachen muß und aus dem Weiher oder aus der Hälterung direkt auf den Tisch kommt.
Die Gäste und Karpfenfreunde haben dies damals schon honoriert und sind bis heute immer mehr geworden.

Heute ist durch Lebensmittel- und Futtermittelskandale, durch BSE und weiteren Horromeldungen die Zeit dazu reif, die hohe Wertigkeit dieser regionalen, eigenen Produkte erst richtig einzuschätzen.

Bei der Arbeitsgemeinschaft "Aischgründer Karpfen" sichern Erzeuger und Gastwirte zu.

1) eine naturangepaßte, kontrollierte Erzeugung dieses Karpfens durch die Teichwirte,
2) hoch qualifizierte, immer fangfrische Zubereitung dieses Karpfens durch die Gastwirte
3) nur der echte, hochrückige und schuppenarme Aischgründer Karpfen Verwendung findet.

Die Tatsache und die Forschungsergebnisse, daß die SEHR GESUNDEN ungesättigten FH3-Fettsäuren des Karpfens gleichauf mit denen des hochgepriesenen Seelachses liegen, ist eine weitere Komponente des Erfolges.

Wenn man heute durch viele Medienbereichte weiß, wie intensiv der Seelachs gezüchtet und durch viele Wuchshormone gemästet wird, wenn man liest und hört, wie viele weitere Fischarten -großteils aus dem Ausland kommend- durch vielerlei Mittel und Stoffe belastet sind, so kann man erst den Wert des einheimischen Karpfens richtig schätzen.

Es ist ja bekannt: der Karpfen soll bekanntlich 3mal schwimmen.
Nämlich: Zuerst im Wasser bzw. Weiher, dann in der Pfanne, dann im Magen.
Das heißt also: Auf den Verzehr des Karpfens bekommt man Durst.

Was paßt hier nun besser, als das gute, bekannte Aischgründer Bier oder ein guter Schoppen Frankenwein. Das sollten wir jedem gönnen!

Wenn man sich im Geiste dann noch vorstellt, daß nach einem guten gebackenem Karpfen auch hinterher noch einige Schoppen bombig schmeckten,
daß nach einem Karpfenfilet z.B. in Pilzen und Sahne oder Filet im Wirsingbett oder gar Filet in fränkischer Rotweinsauce usw. ein körperliches Wohlgefühl aufkommt, daß nach Karpfen gebacken im Bierteig oder Karpfenfilet im Biersud hinterher noch ein echtes, gutes Altbier usw. schmeckt, dann genießt man jetzt schon im Geiste einen herrlichen Tag in Frankens gemütlicher Ecke.

 
Karpfenteiche im Aischgrund prägen die Landschaft

Die Teiche wurden im Mittelalter im regenarmen Aischgrund von den Mönchen vor allem als Wasserrückhaltung und zur Klimaverbesserung angelegt. Sinnvoll dann auch richtig zur Karpfenzucht verwendet. Hier liegt auch der Ursprung des speziellen "Aischgründer Karpfens". Die Mönche durften ja in der Fastenzeit kein Fleisch verzehren und Fisch nur so viel, wie auf einen runden Teller passte. Alles was über den Teller hinausragte, war verboten.

Also wurde im Laufe der Jahrhunderte der etwas längliche, ovale Karpfen zu einem runden, hochrückigen Karpfen gezüchtet, sodass er wieder in den Teller passte!
Hier nahm als die besondere leckere Form des Aischgründer Karpfens seinen Ursprung!

Heute gibt es im Aischgrund ca. 30 Vollerwerbs-Teichbauern mit mehr als ca. 20 ha Weihern, die von der Teichzucht leben. Weitere ca. 350 Teichbauern bewirtschaftgen Ihre Teiche in Nebenerwerb, teils nur mit 1 Tagwerk Größe usw.

In den manchen Teichen werden z.B. auch Flachzonen für das Laichen der Karpfen vorgehalten, in andernen Teichen dann die Brut großgezogen und der Karpfen dann als Setzling gefüttert bis zum Verzehr. Dieser Prozess Brut-Setzling-Karpfen dauert jeweils
1 Jahr, also in 3 Jahren ist ein schmackhafter Karpfen mit ca. 1,5 kg. herangewachsen. Ein Mutterkarpfen (Laichkarpfen) kann schon mal 15-20 Jahre alt werden (Gewicht ca. 10 kg).

Im Aischgrund ist heute der Kormoran eine große Gefahr für die Karpfen. Zwei Kormorane (halten sich vor allem im Nürnberger Tiergarten auf) können in einer Woche einen Teich von einem ha leer fischen. Sie tauchen während des Fluges bis zu 80 cm unter Wasser , packen den Karpfen mit den Krallen und heben mit diesem ab. Der Kormoran steht unter Naturschutz und darf z. Zt. Noch nicht bejagd werden.

 
 
 
 

 

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